Männliche und weibliche Energie - wie du die Balance findest

Männlichkeit vs. Weiblichkeit – Warum so viele Frauen und Männer unglücklich sind

Bei vielen Klienten, die wegen Beziehungsproblemen zu mir in die Sitzung gekommen sind, und auch in Gesprächen mit anderen ist mir etwas aufgefallen. Es gibt viele Frauen und Männer, die wirklich unglücklich sind. Woher das kommt und wieso Beziehungen oft scheitern, darum geht es in diesem Blogartikel.

Denn: es gibt etwas, was jeder Mann über eine Frau und jede Frau über einen Mann wissen sollte.

Wir alle haben in uns einen weiblichen und einen männlichen Pol. Die beiden Energien könnten nicht ohne einander nicht existieren. Aber was bedeutet es, weiblich zu sein? Die weibliche Kraft ist kreativ und im Genuss, sie bedeutet in der Intuition zu sein, mit dem Leben zu fließen, verletzlich und weich zu sein. Das alles sind weiblich Attribute.

Männlichkeit bedeutet sehr präsent, aktiv, zielorientiert zu sein, etwas zu machen, zu schaffen; einen Rahmen zu schaffen, in dem eine Frau sich sicher fühlt und ihre Intuition fließen lassen kann.

Jeder trägt also beide Anteile in sich und im besten Fall ist alles im Yin und Yang.

Die Schwierigkeit in unserer heutigen Gesellschaft besteht darin, dass wir Frauen uns angelernt haben, mehr in die männliche Rolle zu schlüpfen und nicht mehr so stark nur unsere weibliche Seite auszuleben.

Hierfür habe ich ein gutes Beispiel aus meiner Hypnosepraxis: Eine Klientin kam zu mir, die schon mehrere Beziehungen hatte und das Gefühl in sich trug, sie müsse immer kämpfen. Sie war Ende 20 und hatte bereits drei Beziehungen hinter sich. In allen hatte sie das Gefühl, dass es sehr anstrengend ist, den Mann zu halten, ihn und auch sich selbst zufrieden zu stellen. Die Beziehungen hielten nicht sehr lange und waren eher ein Machtkampf denn ein Genuss. Nun kam sie als unglücklicher Single zu mir und wollte gerne eine Beziehung haben, in der sie sich endlich fallen lassen und sicher fühlen konnte. Sie wollte über ihre Themen, Verletzungen und Gefühle sprechen und sich verstanden und aufgehoben fühlen.

Wir haben in der Sitzung gemeinsam ihr Leben beleuchtet und es stellte sich schnell heraus, dass sie ein Problem mit ihrer weiblichen Seite hatte. Sie hatte eine wunderbare Kindheit mit einem tollen Vater. Mit dem Heranwachsen zur Frau wurde es jedoch schwieriger. Je weiblicher und fraulicher sie wurde, umso schwieriger wurde der Umgang mit ihrem Vater. Er nämlich konnte sehr gut mit Kindern umgehen, aber nicht so gut mit heranwachsenden Frauen. Das konnte sie zwar spüren, konnte aber nicht verstehen, wo es plötzlich herkam und dachte, dass es an ihr lag. Also fing sie an, um ihren Vater zu kämpfen. In der Schule gab sie sich noch mehr Mühe und behauptete die Hobbies ihres Vaters toll zu finden, damit er sie wieder genauso toll fand wie als Kind.

Somit hatte sie sich das Muster angeeignet, dass das Leben ein Kampf ist.

Dieser Glaubenssatz hat sich überall gezeigt: in der Arbeit, in Freundschaften und in ihren Beziehungen. Ihre männlichen Attribute waren damit deutlich stärker ausgeprägt als die weiblichen und die gesunde Ausgeglichenheit fehlte. Sie hat sich selbst zum Macher ausgebildet und war damit unglücklich.

Worum geht es? Was ist das eigentliche Problem?

In Gesprächen mit Frauen und Männern habe ich immer wieder festgestellt, dass viele in diesem Dilemma stecken. Frauen wollen eigentlich einfach Frau sein. Wollen weich sein, durchatmen, sich zurücklehnen und darauf vertrauen, dass der Mann den sicheren Rahmen schafft. Von der heutigen Gesellschaft haben wir als Frauen gelernt, nicht mehr nur die klassische Frau zu sein. Wir sollen uns von Unterdrückung befreien und beweisen, dass auch wir männlich sein können. Damit haben viele Frauen ihre weibliche Seite total negiert.

Das wiederum hat die Männer verwirrt. Denn die Wertschätzung für ihre klassische Männlichkeit fehlte auf einmal. Einer Frau die Tür aufzuhalten wurde plötzlich zu einem Kampf, denn die Frau bedankte sich nun nicht mehr, sondern sagte, sie könne das allein und wolle bitte nicht unterschätzt werden.

Somit prallen ein männlicher Mann und eine männliche Frau aufeinander. Es fehlt die Ausgeglichenheit des Yin und Yang.

Wie können wir das also lösen?

Viele von uns dürfen wieder lernen, in ihre weibliche Rolle als Frau und in die männliche Rolle des Mannes zu kommen. Auch für Männer sind die männlichen Frauen sehr irritierend. Sie sind sich nicht sicher, wie sie mit diesen umgehen sollen und sie ziehen sich möglicherweise zurück.

Wenn du das Gefühl hast, als Frau keinen Mann zu finden, der dir das Gefühl von Sicherheit gibt, wo du dich verletzlich zeigen kannst, dann werde aktiv. Lass dir helfen – von einem Mann! Lass dir die Tür aufhalten, bitte um Hilfe. Männer lieben es zu helfen! Sie finden es toll und damit steigt auch ihr Selbstwert. Hier liegt der große Unterschied zwischen Männern und Frauen – auch beim Sex. Viele Frauen denken, sie müssten performen, sexy sein und immer Lust haben. Sei einfach du selbst, genieße deine Weiblichkeit, lass dich fallen und entspann dich. Das wird langfristig auch den Mann entspannen.

Männer hingegen dürfen sich wieder erlauben, die Frau in ihr Potenzial zu bringen, ihr also die Sicherheit zu geben und ihr zuzuhören. Also nicht nur mit halbem Ohr dabei sein und zum Schluss Ratschläge und Lösungen aufzeigen. Es geht darum, wirklich aufmerksam zuzuhören und ihr das Gefühl zu geben, einfach für sie da zu sein. Frauen kommen schon selbst zu einer Lösung, aber zunächst möchten sie ihr Problem mitteilen, darüber sprechen, und sich damit gesehen fühlen.

Dieses Thema ist natürlich noch sehr viel tiefer und breiter, aber mit diesem ersten Verstehen können wir versuchen, unsere männliche und weibliche Seite wieder mehr in die Balance zu bringen. Ins Yin und Yang.