„Ich kann nicht mehr. Ich liebe eine Frau, aber ich darf es nicht. Ich bin türkisch, und in meiner Familie ist das undenkbar. Wenn sie es herausfinden, verliere ich alles. Aber wenn ich es weiter verstecke, verliere ich mich selbst.“
Diese Worte stammen von einer meiner Klientinnen. Sie steckt in einem tiefen inneren Konflikt – zwischen den Erwartungen ihrer Familie und ihrer eigenen Wahrheit, homosexuell zu sein. Ihre Liebe wird von ihrem kulturellen Umfeld nicht akzeptiert. Sie spürt Angst, Schuld und das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Vielleicht steckst auch du zwischen zwei Welten: deiner türkischen Welt, die Sicherheit und Zugehörigkeit bedeutet, und der Welt deines Herzens, deiner Homosexualität, die nach Freiheit und Authentizität ruft.
Doch was wäre, wenn dieser Konflikt gar nicht so „natürlich“ wäre, wie er scheint? Was wäre, wenn Homosexualität in der türkischen Kultur früher einmal akzeptiert war – und es nur die neueren gesellschaftlichen Entwicklungen sind, die diesen Raum verschlossen haben?
Um genau das zu verstehen, habe ich ein Gespräch mit Ethnologin Antonia Taubert geführt, die sich intensiv mit der Geschichte der Homosexualität in der Türkei beschäftigt hat. Ihr Wissen eröffnet eine völlig neue Perspektive – eine, die Mut machen kann.

Homosexualität in der Türkei: Eine Geschichte des Wandels
Viele Menschen glauben, dass Homosexualität im Islam oder in der türkischen Kultur nie akzeptiert wurde. Doch das stimmt so nicht. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass es Zeiten gab, in denen gleichgeschlechtliche Liebe nicht als Problem galt.
Kolonialisierung und die Entstehung von Identitätskategorien
In der osmanischen Zeit gab es viele Beispiele für eine offenere Haltung gegenüber homosexueller Liebe. In der osmanischen Dichtung existieren Liebesgedichte zwischen Männern, und einige Herrscher pflegten enge gleichgeschlechtliche Beziehungen. Auch die männlichen Harems, die oft als rein politische Institutionen betrachtet werden, waren Orte, an denen intime Beziehungen zwischen Männern nicht unüblich waren.
Diese Akzeptanz begann sich erst im 19. Jahrhundert zu verändern – mit der Kolonialisierung und den damit einhergehenden Bürokratisierungsprozessen.
Wie die Ethnologin erklärte, hat sich die Bewertung von Sexualität in vielen Teilen der Welt erst durch diese Entwicklungen verschärft:
„Angefangen hat diese Bewertung eigentlich damit, dass Kolonialisierung stattgefunden hat und Bürokratisierungsprozesse notwendig wurden. Um Menschen und ihre Lebensweisen erfassen zu können, mussten sie begrifflich eingeordnet werden. Erst in dieser Zeit entstanden Begriffe wie ‚heterosexuell‘ und ‚homosexuell‘. Davor gab es diese starren Kategorisierungen nicht.“
Besonders das viktorianische Zeitalter, das durch eine extrem prüde Moral geprägt war, hatte großen Einfluss auf den arabisch-osmanischen Raum. Die europäischen Kolonialmächte – insbesondere aus England und Portugal – brachten ihre Vorstellungen von Sexualität mit und begannen, andere Praktiken zu verurteilen. Diese Missbilligung hatte jedoch nichts mit den Praktiken selbst zu tun, sondern diente als Machtinstrument:
„Es war ein Mechanismus, der dazu diente, das Gegenüber als minderwertiger darzustellen – und so leichter kontrollieren zu können.“
Mit den zunehmenden bürokratischen Strukturen wurde auch das muslimische Recht, die Scharia, verschriftlicht. Doch anders als oft angenommen, wurde darin nicht die Homosexualität an sich bestraft – sondern nur homosexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit. Der Theologe Aligandro betont, dass es im ursprünglichen islamischen Recht keine explizite Verurteilung der sexuellen Orientierung gab.
Mit der Zeit übernahmen jedoch viele muslimische Länder die von den westlichen Kolonialmächten geprägten, restriktiven Moralvorstellungen.
„Man wollte nicht als ‚unzivilisiert‘ gelten – und so wurden Regeln übernommen, die ursprünglich gar nicht zur lokalen Kultur gehörten.“
Ironischerweise hat sich die Situation inzwischen umgekehrt: Während in westlichen Ländern homosexuelle Rechte immer mehr anerkannt werden, haben sich in vielen islamisch geprägten Ländern konservative Werte verfestigt. Doch genau das zeigt: Werte sind wandelbar – und sie sind niemals in Stein gemeißelt.

Was du aus der Geschichte lernen kannst
Vielleicht hast du dein ganzes Leben lang gehört, dass deine homosexuelle Neigung „falsch“ sei. Dass sie nicht in deine Kultur passt. Dass du dich entscheiden musst: Entweder du gehörst dazu – oder du lebst deine Wahrheit und verlierst alles.
Aber was, wenn das gar nicht stimmt?
Was, wenn deine Liebe nicht im Widerspruch zu deiner Kultur steht – sondern vielmehr ein Teil einer Geschichte ist, die lange verdrängt wurde?
Die historische Perspektive zeigt uns, dass Homosexualität in der Türkei nicht immer als Problem galt. Dass gleichgeschlechtliche Liebe nicht immer ein Tabu war. Dass es Zeiten gab, in denen Menschen freier waren, ihre Identität zu leben, ohne Angst vor Ausgrenzung oder Bestrafung.
Und wenn sich Werte im Laufe der Zeit verändert haben – warum sollten sie nicht wieder in eine offenere Richtung gehen?
Du bist nicht falsch – sondern Teil eines größeren Wandels
Wenn du dich mit deinem wahren Selbst versteckst, ändert sich nichts. Doch wenn du dich zeigst, wenn du zu deiner Identität stehst, dann wirst du sichtbar – und damit auch deine Wahrheit.
Kultureller Wandel geschieht nicht durch Gesetze oder große politische Entscheidungen allein. Er geschieht durch Menschen wie dich. Menschen, die neue Perspektiven einbringen, die ihre Stimme erheben und sichtbar machen, dass es verschiedene Lebensweisen gibt.
Vielleicht bedeutet das nicht, dass du sofort allen alles erzählst. Vielleicht bedeutet es, dass du erst einmal innerlich Frieden mit dir selbst schließt. Dass du beginnst, deine Identität nicht als Makel, sondern als etwas Wertvolles zu sehen.

Mut, die Homosexualität in dir zu akzeptieren
Der erste Schritt ist, zu erkennen: Du bist nicht allein.
Auch wenn es sich manchmal so anfühlt – es gibt Menschen, die dich verstehen, die ähnliche Erfahrungen machen, die vielleicht selbst auf dem Weg sind, sich zu akzeptieren.
Vielleicht wirst du nicht sofort von allen verstanden. Doch wenn du den Mut hast, deinen Weg zu gehen, gibst du anderen die Möglichkeit, ihre Sichtweise zu hinterfragen.
Wenn du dich nicht versteckst, sondern authentisch lebst, wirst du Teil einer Veränderung. Und irgendwann könnte genau das, was heute noch als Tabu gilt, als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft angesehen werden.
Bist du bereit den Weg zu gehen?
Wie du dich von kulturellen Glaubenssätzen befreien kannst
Gedanken wie „Homosexualität ist falsch“ oder „Ich bin falsch, so wie ich bin“ sind oft unbewusst gespeichert und beeinflussen das Selbstbild und das emotionale Wohlbefinden massiv.
Hier kann auflösende Hypnose helfen. Diese Methode löst alte, tief verankerte Ängste und negative Überzeugungen auf und ersetzt sie durch positive, unterstützende Gedanken. So kann Mut, Freude und Selbstakzeptanz entstehen.
Erfahre hier, was Hypnose ist.
Wenn du spürst, dass dich alte Glaubenssätze daran hindern, dich selbst zu lieben und dein Leben frei zu leben, lade ich dich ein, diesen inneren Prozess mit professioneller Unterstützung zu starten. Denn du bist richtig, genauso wie du bist. Und du bist nicht allein auf deinem Weg.
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Schön, dass es dich gibt!
Deine Jutta Reinke
Das ganze Gespräch mit Ethnologin Antonia Taubert findest du hier auf YouTube:
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